Mehr als 30.000 Stellenstreichungen binnen weniger Wochen und über die Hälfte davon bei nur einem Unternehmen: Die globale Tech-Industrie erlebt 2026 eine neue Qualität von Entlassungswellen. Auffällig dabei ist weniger das Volumen als vielmehr die Struktur: Nicht kriselnde Nischenanbieter, sondern finanzstarke Marktführer treiben den Stellenabbau voran.

Marktführer dominieren die Entlassungsstatistik

Seit Jahresbeginn summieren sich die weltweit bestätigten Technologie-Entlassungen auf rund 30.700 Stellen. Allein auf Amazon entfallen davon 16.000 Jobs. Mehr als 52 % des Gesamtvolumens.

Die Kürzungen folgen auf bereits 14.000 gestrichene Stellen im Oktober 2025. Schon im Vorjahr gehörte der Konzern damit zu den größten Treibern der Branche. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: 2025 erzielte das Unternehmen Rekordumsätze von 716,9 Mrd. USD, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Stellenabbau erfolgt somit nicht aus finanzieller Notlage, sondern im Kontext eines strategischen Umbaus – mit Fokus auf Automatisierung, KI-Infrastruktur und schlankere Organisationsstrukturen.

Weitere Großkonzerne folgen

Auch andere Technologieführer haben ihre Belegschaften reduziert. Dabei zeigt sich ein globales Muster: Stellenstreichungen betreffen die gesamte Wertschöpfungskette – von Halbleitern über Software bis Plattformökonomie. Zu den größten bislang bestätigten Einschnitten 2026 zählen:

  • ams OSRAM – 2.000 Stellen

  • Ericsson – 1.900

  • ASML – 1.700

  • Meta Platforms – 1.500

  • Block Inc. – 1.100

  • Autodesk – 1.000

  • Salesforce – 1.000

  • Ocado Group – 1.000

  • Pinterest – 677

Auffällig ist die Zielstruktur der Einschnitte. Der Abbau konzentriert sich weniger auf Ingenieurs- oder Forschungsrollen, sondern auf:

  • Management-Ebenen

  • Go-to-Market-Teams

  • Produkt-Overlaps

  • Corporate-Funktionen

Unternehmen wie Block Inc., Autodesk oder Ocado Group verschlanken gezielt organisatorische Zwischenebenen. Ziel ist eine höhere Kapitalrendite pro Projekt sowie schnellere Skalierbarkeit neuer KI-Produkte.

Ausblick

Die bisherigen Daten deuten darauf hin, dass 2026 kein klassisches Krisen-, sondern ein Transformationsjahr für die Technologiebranche wird.

Stellenabbau fungiert dabei weniger als Reaktion auf Nachfrageschwäche, sondern als strategischer Hebel im Übergang zu KI-zentrierten Geschäftsmodellen. Für Beschäftigte bedeutet dies steigenden Anpassungsdruck, für Investoren hingegen eine weitere Zuspitzung auf Effizienz, Skalierung und Kapitaldisziplin im globalen Technologiesektor.