Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen, doch wie stark sie tatsächlich genutzt wird, variiert erheblich je nach Region. Neue Daten zeigen, welche Länder besonders intensiv auf Tools wie ChatGPT zurückgreifen; und wie sich die Nutzung weltweit verändert.

Zwar hat OpenAI angekündigt, seine Videoanwendung Sora einzustellen. Dennoch bleibt ChatGPT das weltweit meistgenutzte KI-Tool. Parallel dazu wächst das Interesse an den Auswirkungen von KI, sowohl auf das Verhalten digitaler Nutzer als auch auf Umwelt und Infrastruktur.

USA und Indien führen das Ranking an

Eine aktuelle Analyse von Nutzungsdaten zeigt, dass die Vereinigten Staaten weiterhin der größte Markt für ChatGPT sind. Rund 205 Millionen Nutzer entfallen auf die USA, das entspricht 17,1 Prozent aller Nutzer weltweit. Knapp dahinter folgt Indien mit etwa 198 Millionen Nutzern (16,5 Prozent).

Auch andere Märkte weisen eine hohe Verbreitung auf:

  • Brasilien: 69,6 Millionen Nutzer (5,8 %)
  • Kanada: 64,8 Millionen Nutzer (5,4 %)
  • Frankreich: 51,6 Millionen Nutzer (4,3 %)
  • Spanien: 44,4 Millionen Nutzer (3,7 %)
  • Mexiko: 43,2 Millionen Nutzer (3,6 %)
  • Vereinigtes Königreich: 32,4 Millionen Nutzer (2,7 %)
  • Italien und Philippinen: jeweils rund 30 Millionen Nutzer
  • Deutschland: 28,8 Millionen Nutzer (2,4 %)

Insgesamt erreicht ChatGPT laut Daten für März 2026 einen Marktanteil von rund 60,4 Prozent unter generativen KI-Chatbots.

Auffällige Unterschiede im Nutzungsverhalten

Während die USA und Indien bei den absoluten Nutzerzahlen dominieren, zeigt sich bei der Nutzungsintensität ein anderes Bild. Besonders Kanada sticht hervor: Die Zahl der geschätzten Nutzer übersteigt rechnerisch sogar die Gesamtbevölkerung, ein Hinweis auf besonders häufige Nutzung.

Kanadische Nutzer senden im Schnitt rund 130 Anfragen pro Jahr an ChatGPT. Insgesamt summiert sich das auf etwa 63,3 Milliarden Eingaben jährlich. Damit gehört Kanada zu den Ländern mit der intensivsten Nutzung weltweit.

Auch kleinere Märkte zeigen bemerkenswerte Werte. In den Niederlanden nutzen rund 72 Prozent der Bevölkerung ChatGPT, mit durchschnittlich über 58 Anfragen pro Monat. In Südkorea hingegen liegt die Nutzungsquote trotz gleicher absoluter Nutzerzahl deutlich niedriger.

Europa zeigt insgesamt eine breite und stabile Nutzung von KI-Anwendungen. Besonders Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich zählen zu den führenden Märkten der Region.

Die Daten deuten darauf hin, dass sich KI zunehmend in den digitalen Alltag integriert, nicht nur in großen Volkswirtschaften, sondern auch in mittelgroßen Märkten. Die Nutzung reicht dabei von Informationssuche über kreative Anwendungen bis hin zu Alltagsorganisation.

Ein besonders starkes Wachstum verzeichnet Lateinamerika. Brasilien allein kommt auf fast 70 Millionen Nutzer, etwa ein Drittel der Bevölkerung. Gemeinsam mit Mexiko überschreitet die Region bereits die Marke von 110 Millionen Nutzern.

Wandel der Nutzung: Mehr privat als beruflich

Neue Daten zeigen zudem eine Verschiebung im Nutzungsverhalten. Während KI-Tools ursprünglich stark im beruflichen Kontext eingesetzt wurden, nutzen viele Anwender ChatGPT inzwischen verstärkt für private Zwecke.

Dazu gehören unter anderem:

  • Alltagsfragen und Organisation
  • kreative Inhalte
  • persönliche Beratung und Unterstützung

Für berufliche Anwendungen greifen Nutzer dagegen zunehmend auf spezialisierte KI-Tools zurück.

Strategische Neuausrichtung bei OpenAI

Die Entscheidung von OpenAI, Sora einzustellen, könnte Teil einer strategischen Neuausrichtung sein. Beobachter gehen davon aus, dass das Unternehmen künftig stärker auf integrierte Plattformlösungen setzt, etwa eine umfassende KI-Anwendung, die verschiedene Tools bündelt.

Im Fokus stehen dabei:

  • Programmier- und Unternehmenslösungen
  • leistungsfähigere Assistenzsysteme
  • eine stärkere Integration verschiedener KI-Funktionen

Diese Strategie könnte auch im Hinblick auf einen möglichen Börsengang eine Rolle spielen.