Die weltweiten Dividendenzahlungen haben im Jahr 2025 ein neues Allzeithoch erreicht. Unternehmen schütteten insgesamt 2,09 Billionen US-Dollar an ihre Aktionäre aus, ein nominales Plus von 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Wechselkurs-, Einmal- und Kalendereffekte lag das Wachstum bei 6,0 Prozent..

Auf Unternehmensebene fiel das Wachstum ebenfalls solide aus: Das mediane Dividendenplus betrug 5,8 Prozent. Ein Hinweis darauf, dass die Zuwächse nicht nur von einzelnen Großkonzernen getragen wurden.

Starkes Schlussquartal

Das Jahr endete mit einem besonders kräftigen vierten Quartal. In den letzten drei Monaten erreichten die Ausschüttungen mit 428 Milliarden US-Dollar einen neuen Quartalsrekord. Nominal entsprach dies einem Anstieg von 6,5 Prozent, bereinigt von 5,9 Prozent. Damit unterstrichen die Unternehmen die Robustheit ihrer Ertragslage, trotz geopolitischer Spannungen und volatiler Kapitalmärkte.

Finanz- und Technologiesektor als Wachstumsmotoren

Treiber des globalen Dividendenanstiegs waren vor allem Finanz- und Technologieunternehmen. Versicherer steigerten ihre Ausschüttungen um 12,5 Prozent, andere Finanzwerte sogar um 16,8 Prozent.

Der Technologiesektor lieferte das zweitstärkste bereinigte Wachstum. Softwareunternehmen und IT-Dienstleister erhöhten ihre Dividenden um 13,0 Prozent. Die Dividenden aus dem Softwarebereich summierten sich 2025 auf 64,1 Milliarden US-Dollar, rund 45 Prozent mehr als noch vor einem Jahrzehnt und auf einem historischen Höchststand.

Weitere nennenswerte Beiträge kamen aus den Bereichen Pharma, Versorger, Medien sowie dem Maschinenbau, insbesondere aus Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Rückläufige Ausschüttungen verzeichneten dagegen Bergbau-, Automobil- sowie Öl- und Gasunternehmen.

Breites geografisches Wachstum – Japan an der Spitze

Auch geografisch war das Wachstum breit abgestützt. In 30 von 46 erfassten Märkten des Capital-Group-Index wurden Rekordausschüttungen erzielt, darunter in den USA, Japan, Kanada, Singapur, Hongkong, Taiwan und weiten Teilen Europas. Der schwächere US-Dollar begünstigte zusätzliche Rekordstände in Dollar gerechnet.

Japan führte das globale Ranking an: Die Dividenden japanischer Unternehmen stiegen um 12,5 Prozent und damit doppelt so stark wie im weltweiten Durchschnitt. Hintergrund ist unter anderem ein verstärkter Fokus auf Corporate Governance und Aktionärsvergütung.

Die USA, Schwellenländer, Kanada und Europa erzielten jeweils bereinigte Wachstumsraten zwischen sechs und sieben Prozent. In den Vereinigten Staaten normalisierte sich das Wachstum, nachdem es 2024 noch durch neu eingeführte Dividenden großer Technologiekonzerne überdurchschnittlich gestützt worden war.

Europa zeigte ein insgesamt robustes Bild. Das mediane Dividendenwachstum lag bei 6,8 Prozent und damit über dem globalen Durchschnitt.

Schwäche in rohstofflastigen Märkten

Auffällige Schwachpunkte waren Australien, Großbritannien und China. In Australien belasteten die hohe Rohstoffgewichtung und nur moderat wachsende Banken. In Großbritannien wirkten sich vor allem rückläufige Ausschüttungen im Bergbau- und Telekommunikationssektor negativ aus. In China wiederum schlug der Druck auf Unternehmensgewinne – bei festen Ausschüttungsquoten – direkt auf die Dividenden durch.

Deutschland: Rekordniveau trotz Dämpfer in Schlüsselbranchen

Auch deutsche Unternehmen schütteten 2025 so viel aus wie nie zuvor, sowohl in US-Dollar als auch in Euro gerechnet. Das bereinigte Kernwachstum fiel mit 2,9 Prozent allerdings moderater aus. Ursache waren größere Kürzungen einzelner Unternehmen, insbesondere in der Automobil- und Chemiebranche, die das Gesamtbild verzerrten.

Ein differenzierteres Bild ergibt der Median: Mit 6,7 Prozent lag das typische Dividendenwachstum deutscher Unternehmen deutlich höher. Den stärksten positiven Beitrag leisteten Finanzwerte, insbesondere Versicherer. Insgesamt war das Wachstum sektorübergreifend breit abgestützt.

Ausblick 2026: Weiterer Anstieg erwartet

Für 2026 erwartet man ein weiteres nominales Wachstum von 5,4 Prozent. Die weltweiten Dividenden dürften damit auf 2,20 Billionen US-Dollar steigen, ein erneuter Rekord. Bereinigt entspräche dies einem Plus von 5,7 Prozent.

In einem Umfeld geopolitischer Unsicherheit, zunehmender Zollkonflikte und schwankender Märkte gewinnen stabile Ausschüttungen für viele Investoren an Bedeutung. Dividenden gelten als Indikator für finanzielle Solidität und als potenzielle Quelle für kontinuierliche Erträge.