Kryptowährungen sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen – ebenso an der Wall Street. Was einst als Nischenphänomen begann, ist heute ein globaler Finanzmarkt mit enormer Kapitalbindung. Doch der massive Vermögenszuwachs rund um Bitcoin und andere digitale Assets hat auch Schattenseiten hervorgebracht. Wie eine neue Infografik von Coincierge zeigt, hat sich insbesondere die kriminelle Begleiterscheinung des Krypto-Booms in den vergangenen Jahren deutlich verschärft.

Besonders alarmierend ist die Entwicklung im Jahr 2025. Demnach ist die Zahl schwerer Gewaltverbrechen im Krypto-Kontext gegenüber 2023 um 216 Prozent gestiegen. Erfasst wurden in der Auswertung auch andere Fälle extremer körperlicher Gewalt, Folter sowie Tötungsdelikte, bei denen Krypto-Besitzer gezielt attackiert wurden, um Zugriff auf Wallets oder private Schlüssel zu erlangen.

In der Gesamtschau zeigt sich zudem, dass schwere Gewaltverbrechen inzwischen rund 51 Prozent aller physischen Gewalttaten im Krypto-Kontext ausmachen, wie die Infografik aufzeigt. Damit hat sich das Verhältnis deutlich verschoben: Während frühe Berichte über Krypto-Kriminalität meist Einzelfälle beschrieben, deutet die aktuelle Datenlage auf ein strukturelles Risiko hin, das insbesondere wohlhabende Krypto-Inhaber betrifft.

Doch auch jenseits körperlicher Gewalt hat die Kriminalität rund um Kryptowährungen massiv zugenommen. Für das Jahr 2025 werden die durch Krypto-Scams verursachten Schäden auf rund 17 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Vorjahr lag der Wert noch bei etwa 13 Milliarden US-Dollar, im Jahr 2020 sogar lediglich bei rund 6 Milliarden. Die Dynamik verdeutlicht, wie stark sich betrügerische Aktivitäten parallel zur wachsenden Marktreife entwickelt haben.

Besonders frappierend ist dabei der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz in Betrugsstrukturen. Wie aus den Daten hervorgeht, liegt der mediane tägliche Umsatz pro Betrugsoperation ohne KI bei rund 518 US-Dollar, mit KI jedoch bei etwa 4.838 US-Dollar. Dabei erhöht KI nicht zwangsläufig den Ertrag pro Opfer, sondern ermöglicht es Betrügern, deutlich mehr Opfer gleichzeitig anzusprechen und Betrugsoperationen über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten. Die Professionalisierung der Scam-Strukturen ist damit ein zentraler Treiber der Schadenssummen.

Auffällig ist zudem der enge Zusammenhang zwischen Marktphasen und Betrugsaktivität. Insbesondere in Zeiten stark steigender Krypto-Kurse nimmt die Zahl der Scam-Versuche deutlich zu. Als Bitcoin im Oktober 2025 sein Allzeithoch erreichte und fulminant optimistische Bitcoin Prognosen die Runde machten, kletterte der Google-Trend-Score für den Suchbegriff „crypto scam“ im weltweiten Fünfjahresvergleich auf den Maximalwert von 100, wie Auswertungen von Google zeigen. Das Interesse rund um das Thema Krypto-Betrug erreichte damit zeitgleich mit der Hochphase des Marktes seinen Höhepunkt, wobei Berichte nahelegen, dass gerade zu diesem Zeitpunkt viele Opfer von kriminellen Akteuren wurden.

Die Daten legen nahe, dass nicht das Asset selbst das Problem darstellt, sondern dessen Umfeld. Für Anleger rückt damit die Frage der Sicherheit stärker in den Fokus. Der bewusste Umgang mit sensiblen Informationen, eine sichere Verwahrung von Coins sowie Zurückhaltung bei der öffentlichen Darstellung von Krypto-Vermögen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Eskalation der Krypto-Kriminalität zeigt, dass der Markt erwachsener geworden ist – mitsamt Risiken, die lange unterschätzt wurden.

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